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MOZ - Märkische Oderzeitung v. 03.03.2010


Eberswalde (MOZ) Letzte Ruhe unter Bäumen liegt voll im Trend. Der erste RuheForst in Eberswalde wurde vor fast genau einem Jahr feierlich eröffnet. Der Dienstleister der Stadt nutzt dafür ein rund 15 Hektar großes Areal nahe der Baumschule direkt an der Bundesstraße 2.
"Wir haben auf rund 4,5 Hektar mit dem landschaftlich schönsten Stück begonnen und bisher 400 Grabstellen verkauft", ziehen die beiden Förster Tino Flindt und Frank Kaeding eine erste Bilanz. Die meisten Kunden, die sich für ein Plätzchen unter Buche, Erle, Douglasie oder Linde entscheiden, erfreuen sich bester Gesundheit. "Viele, die zu uns kommen, wollen später niemanden zur Last fallen, aber auch wissen, wie ihr letztes Plätzchen aussieht", so die Erfahrung von Flindt und Kaeding nach dem ersten Betriebsjahr. Um die 140 Jahre alt ist der Baumbestand, meist Buchen, im RuheForst und stolze 25 bis 30 Meter hoch. Die Arbeit des Friedhofsgärtners erledigt die Natur. Sie lässt das Areal zu jeder Jahreszeit anders aussehen, was viele Besucher auch zu einem ausgiebigen Waldspaziergang lockt.
99 Jahre beträgt die Nutzungszeit einer Grabstätte im RuheForst.Ein Familienbaum mit zwölf Urnenstellen kostet 2975 Euro, eine Einzelstelle 510 Euro. Anonymität muss dennoch niemand fürchten. Auf einer scheckkartengroßen Plakette auf der vom Weg abgewendeten Seite des Baumes sind Name, Geburts- und Sterbedaten nachzulesen. Wer will, kann sich auch mit einem kleinen Spruch oder einer Zeichnung verewigen lassen. "Wir hatten einen Fall, da hat sich jemand für einen Verstorbenen, der im Fichtelgebirge zu Hause war, eine Seilbahn gewünscht und natürlich auch bekommen", sagt Frank Kaeding. Namen und Daten werden außerdem akribisch in einem Grabstellenregister erfasst. Die Beisetzungen verlaufen ausgesprochen individuell, ohne Zeit- und Platzvorgabe. Ob in aller Stille, mit musikalischer Begleitung oder Trauerredner, das bleibt ganz den Wünschen der Angehörigen überlassen.
Die Kunden, die sich bisher ein Plätzchen im RuheForst gesichert haben, kommen längst nicht nur aus Eberswalde und Umgebung, sondern auch aus den alten Bundesländern, aus der Uckermark, dem Niederbarnim und zunehmend aus Berlin. Nur zwei solcher Ruhestätten gibt es im Land Brandenburg. Beide werden von der KomForst GbR als Partner der RuheForst betrieben. Die Hälfte der insgesamt 3,5 Hektar großen Fläche in Nauen ist bereits verkauft. Dort rührt die Stadtverwaltung auch ordentlich die Werbetrommel. Eberswalde ist da weit zurückhaltender. Obwohl auch hier gut die Hälfte der Einnahmen ins Stadtsäckel fließen - eine verlässliche Einnahmequelle, wie die Haushaltsstelle im Verwaltungshaushalt zeigt. 28 400 Euro waren im vergangenen Jahr zum Ansatz gebracht worden. In diesem Jahr sind es schon 50 000 Euro. "Je mehr Grabstellen wir verkaufen können, desto höher die Einnahmen für die Stadt", verweisen die beiden Förster, die sich mit ihrer KomForst GbR als forstliche Dienstleister ein zweites Standbein geschaffen haben.
Alle zwei Wochen laden Flindt und Kaeding zur Führung. Die nächste gibt es am Sonnabend, 6. März, um 14 Uhr. In der Infobox vor Ort gibt es außerdem entsprechende Flyer. In der Drehnitzstraße 2 richten die beiden Eberswalder Forstleute gerade ihr Büro ein.
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Zu erreichen ist RuheForst unter 03334 382570 oder im Internet www.ruheforst-eberswalde.de
Mittwoch, 03. März 2010 (08:43)



Letzte Ruhe unter Bäumen


Eberswalde: Wer sich schon zu Lebzeiten seine letzte Ruhestätte aussuchen will, kann sich ab diesem Frühjahr auch ein Plätzchen im Wald reservieren. Nach gut drei Jahren Vorbereitungszeit gibt es für den ersten RuheForst in Eberswalde jetzt grünes Licht.

Die Idee hatten die zwei Förster Frank Kaeding und Tino Flindt schon vor gut fünf Jahren. Beide studierten an der Fachhochschule Eberswalde Forstwirtschaft, beide sind Mitglieder im Verband naturgerechte Waldwirtschaft. Über den lernten sie bei einem Bundestreffen auch einen Forstkollegen aus der Eifel kennen. Der stellte sein Projekt Friedwald vor und machte die Eberswalder schließlich mit der RuheForst aus Nordrhein Westfalen bekannt. Aus dem Zusammentreffen erwuchs dann bald das Konzept für eine Zusammenarbeit. Kaeding und Flindt gründeten ihre KomForst GbR und sind als Partner der RuheForst in Berlin und Brandenburg tätig. "Wir arbeiten seit vier Jahren zusammen. In Nauen betreiben wir schon einen RuheForst. Die offizielle Eröffnung in Eberswalde ist für den 9. März geplant", sagt Kaeding.

MOZ; Mittwoch, 18. Februar 2009 (08:00)


Die Förster Tino Flindt (links) und Frank Kaeding


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